Lange Nacht der Bozner Museen im Südtiroler Archäologiemuseum ("Ötzi Museum")

Die Keltengruppe Alauni wurde mit Freunden von der Gruppe Gentes Danubii und des Vereins für Römische Geschichtsdarstellung Legio XIII – Exercitus Pannonia Superior für den 27. November 2009 nach Bozen zur achten „Langen Nacht der Bozner Museen“ ins Südtiroler Archäologiemuseum eingeladen. Das Archäologiemuseum beherbergt unter anderen interessanten Exponaten als besondere Sehenswürdigkeit den Fund des Mannes aus dem Eis – Ötzi.

Mit dem Besuch der Living History Gruppen hatte das Archäologiemuseum in jedem seiner drei Stockwerke interessante und extravagante Angebote. Im Erdgeschoss sorgte die Musikgruppe Burning Mind für Unterhaltung, im ersten Stock weckte Ötzi reges Interesse und sorgte für lange Besucherschlangen um einmal einen Blick auf den Mann aus dem Eis werfen zu können.

Musikgruppe "Burning Mind"

 

Darstellung der Eisenzeit und frühen Bronzezeit

Im zweiten Stock bei den Exponaten aus der Bronzezeit und frühen Eisenzeit war ein Teil der Gruppe Alauni eingesetzt, die den Besuchern das Leben der Latene Kelten (400 – 100 v. Chr.) , Hallstätter (750 – 400 v. Chr.) und sogar der Urnenfelder Kultur (1.300 – 800 v. Chr.) näher brachten und lebendig werden ließen. So gab es einen interessanten Schautisch mit vielen Replikaten von Alltagsgegenständen der Kelten sowie einen „Essensschautisch“, der den Besuchern näherbringen sollte, was bei den Menschen bereits ca. 500 v. Chr. auf den Tisch gekommen sein könnte. Des weiteren sorgte Karin die Glasperlendreherin mit ihrem Handwerk für besonderes Interesse bei den Besuchern. 

Kelten und Urnenfelder Kultur Schautisch

Essens- Schautisch

Krieger der Latene Zeit (lins) und der Hallstattzeit (rechts)

 

Germanen, Römer und Frühmittelalter

Im dritten Stock, dem Geschoss mit Exponaten aus der Zeit der Germanen und Römer (1 – 2. Jhd. n. Chr.) sowie frühmittelalterlichen Exponaten konnten die Besucher den Schautisch  der Gruppe Gentes Danubii mit römisch – germanischen Handelswaren, diversen antiken Spielen, Schmuck und germanischen Waffen begutachten, bzw. bei den Römern des Vereins LegXIII ExPanSup zusehen, wie gewebt wurde sowie die Kriegsausstattung der Römer bewundern und teilweise, unter guter Aufsicht der Akteure, sich diese sogar richtig „begreiflich“ machen, indem sie sie auch anfassen konnten.

Germanen - Schautisch

Römischer Würfelturm

Textilschautisch mit pflanzengefärber Wolle

 

 

Spinnen (links), 

Germanen - Schautisch (rechts)

Besucherrekorde

Dieser Abend der Langen Nacht der Museen brachte für Bozen einen neuen Besucherrekord. Es wurden zwischen 17.00 Uhr und 1.00 Uhr morgens ca 24.100 Besucher bei freiem Eintritt in den 7 mitwirkenden Museen Bozens (Archäologiemuseum, Naturmuseum, Stadtmuseum, Merkantilmuseum, Schulmuseum, Schloss Runkelstein, Museion) gezählt.

Auch für das Archäologiemuseum war diese Lange Nacht ein voller Erfolg, es zählte dieses Jahr ca. 5300 Besucher. Was ebenfalls ein Rekord ist, da 2008 nur ca. 2000 Besucher den Weg ins Museum fanden.

Option der Legio XIII 

.... für Besucher um Anfassen

....und Ausprobieren

Die Truppe der Akteure von der Gruppe Alauni, Gentes Danubii und Legio XIII

 

Zu guter Letzt

Für die Living History Gruppen war der Abend ebenfalls ein voller Erfolg. Neben einem sehr bemühten und freundlichen Museumspersonal, verdient es auch das Cateringservice mit nordischen und mediterranen Häppchen lobenswert erwähnt zu werden. Aber nicht nur die gute Verpflegung sorgte für gute Stimmung bei den Akteuren, sondern auch das Publikum, das trotz Schlange stehen sehr freundlich und sichtlich begeistert von der Anwesenheit der Kelten, Römer und Germanen war. Besonders interessant für die Besucher waren die verschiedenen antiken Spiele, wie Würfeln oder eine römische Variante von Mühle die sie jeweils selbst ausprobieren konnten. Auch der Textilschautisch kam sehr gut an und es wurden viele interessierte Fragen gestellt, zb. wie man aus Pflanzen die diversesten schönen, teilweise richtig kräftigen Farben erzielen kann, oder wie aus einem Stück Schafswolle ein Faden entstehen kann.

Nach all dem ganzen Treiben waren die Teilnehmer und Akteure der Lange Nacht nicht nur müde und erschöpft sondern auch um einige Erfahrungen reicher. Und mit dem Wissen „Bozen ist eine Reise wert“ ging es um 2.30 Uhr ins Bett.