Die Hallstatt Kultur

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Seit Anfang der Eisenzeit spricht man von den Kelten  - oder Galliern, wie die Römer sagten, oder Keltoi, wie sie von den Griechen bezeichnet wurden. Auch wurden sie als Volk von Barbaren bezeichnet, bildeten aber nie eine eigene Ethnie, ein geschlossenes Volk. Je nach wissenschaftlicher Definition wurden die Kelten als Siedlungsgemeinschaften mit verwandter Sprache und / oder materieller Kultur angesehen. Ihre erste Erwähnung überhaupt findet sich bei den Griechen, mit denen sie Handel trieben. Der Handel, besonders mit dem Salz der Alpen mache die Kelten reich, die Kunst der Eisenverarbeitung machte ihr Wissen begehrt. 

Noch heute geraten wir ins Staunen und sind von romantischer Faszination beflügelt, wenn wir etwas über die Kelten lesen, hören oder sehen. Vieles glauben wir über die Kelten zu wissen, was nach heutigen Stand der Wissenschaft nicht mehr stimmt. Wer also waren die Kelten?

Bei den Kelten unterscheidet man zwischen zwei Epochen:  

Hallstattkultur 

La Téne Kultur

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Zeittafel:

 

Der Vorgänger der La Téne Kultur, die eisenzeitliche Hallstattkultur (zwischen 750 – 400 vor Christus) entstand aus den bronzezeitlichen Kulturen in Mitteleuropa und gilt als die erste keltische Kultur.

Überall zwischen Ostfrankreich, Schweiz, Süddeutschland, Österreich und Slowenien finden sich Gräber der Hallstattzeit mit reichen beigaben, welche schon damals den für die Kelten typischen hohen Standard der Metallverarbeitung bezeugen.  Neben Alltagsgegenständen wie Werkzeuge, Messer, Schmuck, Ton und Bronzegefäßen (Situllen) finden sich unzählige Waffen aus Eisen und Bronze in den Gräbern, wobei in der Osthallstattgruppe mehr Waffen zu finden sind, als in der Westhallstattgruppe. 

Größte Ausdehnung der Hallstattkultur ca. 600 v.Chr.

Auffallend ist der rege Kontakt mit den klassischen antiken Völkern wie z.B. Griechen mit denen Handel getrieben wurde, und das trotz vieler Waffenfunde relativ friedliche Zusammenleben ohne größere Kriege oder Konflikte. Des weiteren fällt auch der große Reichtum den die Kelten der Hallstattkultur im Zentrum des Salzabbaus in Hallstatt und Hallein in Österreich erwarben auf – von der übrigens seit 1874 nach reichen Grabfunden in Hallstatt auch die Hallstattkultur ihren Namen trägt. Von hier aus wurde Salz, das weiße Gold sogar bis nach Britannien exportiert und z.B. gegen Zinn von den britischen Tin Islands getauscht. Und bildete so die Grundlage für ihren Reichtum.

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Kleidung:

Da sich bis auf ein paar wenige Stofffetzen aus den halleiner Salzbergwerken nichts an Gewebe, geschweige denn Kleidung der Hallstattzeit erhalten hat, kann man nur spekulieren was die damaligen Kelten trugen. Anhand der Lage von Schmuck in den Gräbern der Kelten lassen sich schon einige Kleider und deren Trageweise rekonstruieren. Sehr  hilfreich sind zum Glück die Bilder der Situllenkunst oder der Gürtelbleche, die viele Vermutungen bestätigen und uns Anregungen für Rekonstruktionen geben.

Die Männer auf den Abbildungen sind allesamt  in lange Mäntel gehüllt und mit bis zu den Knien reichenden Tuniken bekleidet, auch werden Männer in Röcken dargestellt. Hosen waren damals noch nicht bekannt, wohl aber Wadenwickel und Beinlinge.

Die Frauen dieser Darstellungen tragen alle lange Kleider und auf dem Kopf einen Schleier. Aufgrund der Anordnung der Fibeln in Gräberfunden kann man vermuten, dass die Frauen das bei den Griechen ebenso bekannte schlauchartige Pebloskleid getragen haben. Die Umhänge oder langen Mäntel wurden mit Fibeln oder Gewandnadeln geschlossen. Letztere spielten auch beim Begräbniskult eine wichtige Rolle und hielten das Leichentuch zusammen. Besonders die Gräber der Frauen waren reich geschmückt, hier finden sich auch noch Hals-, Arm- und Fußreifen, Ohrringe, Fingerringe, Ketten aus Bernstein oder Glas und Gürtel aus Metall oder organischem Material.

Die einfachen Gürtel wurden entweder aus Leder mit bronzenem Gürtelhaken oder aus Kunstvoll gewebten Brettchengewebe hergestellt. Die aufwendigsten Gürtel sind aber die bronzenen Gürtelbleche die in mühevoller Kleinarbeit getrieben, gepunzt und graviert wurden.

Auf dem Kopf  trugen die Männer gerne Hüte mit breiter Krempe oder barettartige Mützen, die Frauen Haarnetze aus Spranggewebe oder Schleier die mit bronzenen Nadeln an der Frisur befestigt wurden.

Schleier mit Bronzenadeln befestigt

Wie Funde von tönernen Schuhleisten zeigen, wurden an den Füßen Schnabelschuhe getragen. Diese Schuhart muss sehr beliebt gewesen sein, denn es wurden auch Fibeln in Schnabelschuhform gefunden. Wie Funde vom Dürrnberg in Hallein zeigen wurden aber auch einfache Bundschuhe getragen, oder man ging barfuss.

 

Hallstätter Kelte um ca. 600 v. Chr. 

Frau der Hallstattzeit

Detailzeichnung der Situlla von Kuffarn

 

 

Schnabelschuhe

Brettchengewebter Gürtel mit hallstattzeitlichem Muster

 

 

Griffdornmesser

Tonbecher nach Funden aus Hallstatt

 

 

Zwei bronzene Doppelpaukenfibeln mit Klappergehänge und Pinzette, zwei Harfenfibeln, Schlangenfibel und Mehrkopfnadel

Verschiedene bronzene Gürtelbleche, getrieben und punziert mit "Klappergehänge"

 

Der Hallstättische Krieger

 

Hallstattzeitlicher Krieger ca 600 v.Chr.

 

 

 

 

Schwert:

Egal zu welcher Zeit, ein Schwert war das ultimative Statussymbol. Anfangs aus Bronze wurden die Schwerter ab Hallstatt C auch aus dem neuen Material Eisen gefertigt. Als Grabbeigaben finden sich Schwerter allerdings nur im Westhallstattbereich, wobei Schutzbewaffnungen wie z.B. Helme selten sind. Diese Besonderheit verdeutlicht einen unterschiedlichen Begräbnisbrauch gegenüber dem osthallstättischen Raum wo Schwertbeigaben fehlen.

 

 

Eisernes Griffzungenschwert Typ Mindenheim mit Scheide

 

 

Ärmchenbeil

 

Wurfspeere, Lanzen, Kampfbeile und Dolche:

 

Die Hauptwaffen des Hallstattzeitlichen Kriegers waren Wurfspeere, Lanzen und Kampfbeile. In unzähligen Gräbern lassen sich diese Waffen finden. Von der einfachen bronzenen Speerspitze bis zum eisernen Tüllen- oder Ärmchenbeil zeigt sich das die Männer der Hallstattzeit sehr wehrhaft waren. Spätestens ab Hallstatt D tauchen vermehrt prunkvolle Dolche im Westhallstattkreis und in Hallstatt  selbst auf und ersetzen die im Westhallstattkreis vorherrschenden Schwerter in den Gräbern. 

 

 

 

Prunkdolch der Zeitstufe Hallstatt D. Das Original dieses Dolches stammt aus dem Gräberfeld in Hallstatt.

 

 

 

Eiserne Lanze

Bronzene Wurfspeere

 

 

Das berühmte Gürtelblech von Vace zeigt uns eindrucksvoll wie keltische Krieger mit ihren Waffen in den Kampf zogen und sie gegen ihre Feinde einzusetzen wussten.

 

Hallstattzeitlicher Krieger nach dem Gürtelblech von Vace

 

 

Helm:

In vielen Gräbern der Hallstattzeit lassen sich verschiedenste Helme finden. Sie bestehen allesamt aus Bronze, sind entweder aus einem Stück getrieben oder aus mehreren Teilen zusammengesetzt und bestätigen somit die bildlichen Quellen, die uns meist hallstattzeitliche Krieger mit Helm und Helmbusch zeigen. 

 

Bronzener Helm nach einem Fund aus der Byciskala Höhle (Mähren). Der Helmbusch ist eine Eigeninterpretation.

 

 

 

Schild:

 

Zu der weiteren Ausrüstung eines hallstättischen Kriegers gehörte auch der Schild. Da jedoch keine Funde von Schilden aus dieser Zeit vorliegen, kann man nur anhand weniger Abbildungen und späteren Überlieferungen eine Vorstellung bekommen, wie so ein Schild ausgesehen haben könnte. In der Regel kann man aber sagen das sie meist aus Holz, bespannt mit Rohhaut oder Leinen oder aus Weidengeflecht bestanden haben und dem jeweiligen Geschmack des Besitzers angepasst reichlich bemalt wurden.

 

Holzschild beidseitig mit Rohhaut bespannt

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Gruppenfoto Hallstattzeit:

Link: Literaturhinweise

 
 

Hallstattzeitlich arbeiten wir sehr eng mit der Keltengruppe Alauni aus Salzburg (A) zusammen

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