Färben mit Naturfarben - Färberworkshop:

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Einfache Leinen oder Wollstoffe bzw. die Wolle, bevor sie gewebt wurde, wurden schon immer eingefärbt, um verschiedene Farbvariationen von Kleidungsstücken zu erhalten. 

Bei einem Färberworkshop haben wir uns darin versucht, aus verschiedensten selbst gesammelten Pflanzen die Farbstoffe fürs Färben von diversen Stoffen und Wollen zu gewinnen. Hier ein kleiner Einblick in unsere "Experimente". 

Die jeweiligen Pflanzen wurden mindestens eine Stunde im Kessel ausgekocht, damit das Wasser die Farbstoffe annehmen kann. Danach wurden die Stoffe und Wolle für mindestens eine weitere Stunde in den kochenden Sud gelegt (je länger, desto intensiver wurde die Farbe). 

Intensiver wurden die Farben auch bei den jeweils gebeizten (mit Alaun) Materialien, wie man bei den Vergleichen der versponnenen Wolle und der Rohwolle auf den jeweiligen Bildern erkennen kann. Die gebeizten Stoffe wurden im Vorfeld für ca. 1 Stunde in die kochende Alaunbeize eingelegt und ausgekocht. Durch das Beizen öffnet sich die Struktur der Wolle bzw. des Stoffes, und die Farbe kann beim Färbevorgang tiefer in die Fasern eindringen, was einen tieferen, satteren, intensiveren Farbton hervorruft. 

 

Schafgarbe:

Der erste Färbeversuch wurde mit Schafgarbe gestartet. Oben ein Bild woran man die Schafgarbe erkennen kann.  Für den jeweiligen Färbevorgang benötigt man je nach Menge der zu färbenden Materialien relativ viel Pflanzenmaterial, das ausgekocht werden muss. 
Hier erkennt man schon, wie in etwa die Stoffe beim Färben aussehen könnten. Die ausgekochte Schafgarbe wird aus dem Kessel geschöpft, das Färbewasser bleibt drinnen.  Danach wird das "Färbegut" für gut eine Stunde (oder länger) in die kochende Farbe gelegt. 
Das Endergebnis bei Schafgarbe sieht wie oben aus - einmal gebeizt .... (etwas intensiver im Grünton) ... und hier ungebeizt

Auch bei Leinenstoffen haben wir getestet, wie das Ergebnis der Färbung aussehen kann. Hier ein Beispiel für ungebeiztes, mit Schafgarbe gefärbtes Leinen. 

 

Haselnussblätter bzw. Rinde:

Ein weiterer Färbeversuch mit Haselnussblättern, bzw. sogar mit der Rinde des Haselnussstrauches.  So sieht die Haselnuss aus.
Wieder sieht man, dass die gebeizten Materialien etwas intensiver und leuchtender sind .....  .... als die ungebeizten. 
Ein Nebenversuch der Färbung mit Haselnussblättern war die Färbung mit der Rinde der Haselnuss - hier gebeizt ... hier ungebeizt

 

Walnussblätter:

Walnuss kann man vielseitig zum Färben verwenden, man kann sowohl mit der Frucht (den Nüssen) bzw. den Nussschalen als auch mit den Blättern färben.  Wir haben es mit den Walnussblättern ausprobiert. 
Die Walnussblätter werden wieder in Hülle und Fülle gesammelt und in kochendem Wasser ausgekocht.  Danach werden die Stoffe in die Farbe getaucht - Walnussblätter ergeben ein wunderschönes Braun
Hier wieder zum Vergleich - Walnussblätter gebeizt... ... und ungebeizt (etwas dünkler)

Auch bei der Walnussfärbung haben wir wieder ein Stück Leinen (ungebeizt) in den Kessel gelegt um das Ergebnis zu sehen. 

 

Krappwurzel:

Mit Krapp erzielt man eine wunderschöne rot - orange Färbung... ... allerdings färbt man in diesem Falle nicht mit der Pflanze sondern mit der Wurzel. Die muss aber erst getrocknet und so vor dem Färben wieder in Wasser eingeweicht und bei ca. 50° ausgekocht werden. 
Krappwurzelsud Die "Färbematerialien" werden wieder in den Kessel gehängt oder gelegt. 
Das Ergebnis bei gebeizten Materialien (tiefes rot) ... .... im Vergleich zu ungebeizten Materialien (orange)

Auf Leinen (ungebeizt) ergibt Krapp einen leichten rosaroten Ton

 

Ackerschachtelhalm:

Ackerschachtelhalm
Unsere Erfahrung mit Ackerschachtelhalm: wenn man mit Ackerschachtelhalm gelb färben will, ist es besser die Wolle bzw. Stoffe vorher zu beizen, denn ungebeizt wird das gelb sehr fahl.. .... wie man hier sieht

 

Indigo:

Indigopflanze

Zu guter letzt wollten wir auch blau färben (was mit Färberweid etwas kompliziert ist). Auch mit Indigo, mit dem wir gefärbt haben, ist es ein ziemlicher Aufwand, bis man schließlich und endlich das Ergebnis in Händen hält. Was beim Färben mit anderen Pflanzen vielleicht lange dauert, aber relativ unkompliziert ist, wird mit Indigo ziemlich kompliziert in der Herstellung des Färbersuds, dafür geht das Färben recht schnell - durch die Oxidation an der Luft wird das vorerst grüne Stück allmählich blau.  Die Heimat der Indigopflanze liegt abgesehen von Indien, im tropischen Afrika und in China.  
Zusammenschau der verschiedenen gefärbten Wolle. Auch ein Wollstrang in verschiedene Farben getaucht sieht verarbeitet sicher sehr interessant aus

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