Verein Gentes Danubii

Gentes Danubii (lateinisch: „Völker an der Donau“) wurde Anfang 2009 als Interessensgemeinschaft zur Präsentation antiker Darstellungen gegründet. Sie orientieren sich, getreu dem Namen und von den Mitgliedern individuell gewählten und forcierten Darstellungen hauptsächlich an antiken Ethnien der Länder, die die Donau durchfließt, sowie aus Ländern rund um das schwarze Meer und umspannt den Zeitraum von 750 BC bis ins 3. Jh. AD.

Im Laufe der Jahre kamen immer mehr Darstellungen und Gleichgesinnte hinzu und schließlich wurde aus der Interessensgemeinschaft im Dezember 2011 ein offizieller Verein.

Darstellungen

Die darstellerischen Schwerpunkte des Vereins lagen zu Beginn im Hellenismus mit der Präsentation von Persern und Makedonen des vierten Jahrhunderts vor Christus, sowie bei der frühen römischen Kaiserzeit des ersten Jahrhunderts nach Christus, wo römische Legionäre, Auxilia undGermanen verkörpert werden bzw. der Darstellung der hallstattzeitlichen Einwohner Österreichs. Neben den oben genannten Darstellungen befasst sich Gentes Danubii aber auch mit der Bronze-, Hallstatt- und La-Tène-Zeit, sowie mit den Germanen des dritten Jahrhunderts nach Christus oder den Merowingern.

 

Die Mitglieder legen hierbei sehr viel Wert auf eine möglichst quellennahe Umsetzung in ihren Darstellungen. Sie versuchen so authentisch und akkurat wie möglich nach neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft zu arbeiten und sich an den Originalen, wie Vasen, Mosaiken, Beschreibungen oder Funden, anzulehnen. Aus diesem Grund wird auch eng mit Archäologen und Handwerkern im In- undAusland zusammengearbeitet. Alle Mitglieder eignen sich selbstständig neue Fähigkeiten im Bereich der alten Handwerkstechniken an, um in ihren Darstellungen immer besser zu werden.

Hauptschwerpunkt Römische Spätantike

Hauptsächlicher zeitlicher Schwerpunkt seit 2013, ist die römische Spätantike des vierten Jahrhunderts nach Christus. Dies entstand in Zusammenarbeit mit der Möglichkeit, die Darstellungen in Carnuntum zu vertiefen. Diese interessante Zeit, die insbesondere durch einen gesellschaftlichen Wandel in den römischen Gebietenund dem Erfolg des Christentums geprägt ist, findet hierzulande leider noch wenig Beachtung.

Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Park Carnuntum

Die rekonstruierten Häuser des archäologischen Parks sowie die räumliche Nähe zu Wien bieten die perfekte Kulisse für die lebendige Darstellung des spätantiken Römerreiches, speziell des Militärs der Spätantike, ein im Verein stark vertretenen Themenbereich. Fast alle männliche Darstellerverfügen sowohl über eine zivile Darstellung als auch ein entsprechendes auf Funden und Abbildungen basierendes militärisches Equipment um eine spätantike Einheit glaubwürdig darzustellen. Allerdings erlaubt ihnen die in Carnuntum vorhandene Infrastruktur, verschiedene handwerkliche Projekte unter bestmöglichen historischen Umständen zu erproben und umzusetzen. Sowurde in den nachgebauten Küchen Carnuntums u.a. bereits nach historisch überlieferten römischen Rezepten gekocht, einzelne Mitglieder des Vereins versuchen sich imTöpfern, in Holz-, Leder- und Metallarbeiten oder als römischer Steinmetz.

Textilhandwerk

Besonders das Thema Textilproduktion „vom geschorenenSchaf bis zum fertigen, bunten Stoff“ ist für den Verein ein sehr oft in ihrer Darstellung aufgegriffenes Thema, beginnt die Auseinandersetzung damit schließlich schon bei der Recherche und Rekonstruktion der jeweils eigenen, großteils handgewebten und handgenähten Bekleidung im Stil des 3. Jh. AD. In der Darstellung versucht Gentes Danubii vorrangig als Beleber des Lucius Hauses der Familie des Lucius und seinen im Betrieb tätigen Arbeitern und Sklaven in kleinem Rahmen während offiziellen Veranstaltungen etwas Leben einzuhauchen: Es wird das Spinnen mit der Handspindel von Wolle und Flachs gezeigt, das Bandweben, und das Färben von Garnen und Stoffen mit in der Antike gerne und häufig benutzten Färbemitteln, wie Reseda, Krapp und Indigo/Färberwaid. Aber auch andere selten gesehene antike Textiltechniken wie Sprang und Nadelbinden (Tarimstich) werden ausgeführt und finden auch in den rekonstruierten Kleidungen immer wieder Niederschlag, z.B. als Haarnetze, Socken usw. Die Darstellung vor Publikum ist hierbei eine Kombination aus aktiver Handwerksvorführung, schauspielerischer Einlage und Display in Formeines umfangreichen Schautisches mit Proben der verschiedenen Färbungen, Textiltechniken, Webarten, Materialkunde.

Weitere Kooperationen

Bereits vor der engen Kooperation mit Carnuntum fand man Gentes Danubii, auf zahlreichen Museumsveranstaltungen bzw. historische Veranstaltungen innerhalb Europas (Heuneburg, Marle, Südtiroler Archäologie Museum, Augst, Dürrnberg, Frögg, Scottish Crannog Centre, Gabreta, Vindonissa,uvm.). Regelmäßige Fixpunkte des Trupps sind auch heute noch jährliche unterschiedliche Veranstaltungen in Carnuntum, der jährlich stattfindende „Tag des Denkmals“ in Zusammenarbeit mit der Stadtarchäologie Wien und die „LangenNacht der Museen“ in Österreich, bei der mit dem KHM Ephesosmuseum eng kooperiert wird, wo der Verein mit Präsentationen, zum Beispiel einer Zeitschiene, Modeschauen und szenischen Einlagen, sowie Ausrüstungsdisplays, Vorträgen und Handwerk dem Publikum versucht, die verschiedensten Aspekte und Entwicklungen der Antike näher zubringen.