Alle Fotos vom Römerfest in der Römerstadt Carnuntum, September 2025
Im republikanischen Rom gab es zwar das Dreimännerkollegium für nächtliche Aufgaben, Nachtwächter und private Löschtrupps für die Brandbekämpfung, aber noch keine staatliche Feuerwehr. Auch der römische Politiker, Bankier und Feldherr Marcus Licinius Crassus unterhielt seine eigene Löschtruppe und schickte sie dorthin, wo es brannte. Aber nicht, um mit der sofortigen Brandbekämpfung zu beginnen. Nein, denn davor wurde mit dem Hauseigentümer über die Kosten des Einsatzes bis hin zum Verkauf des Gebäudes verhandelt und erst wenn dieser den Preis annahm oder sein Eigentum für wenig Geld an Crassus verkaufte, begannen die Löscharbeiten.
Erst Kaiser Augustus kümmerte sich effektiv um die Brandbekämpfung. Im Jahr 6 v. Chr. gründete er die Cohortes vigilium, eine ständige, staatlich bezahlte Feuerwehr, aus Sklaven und Freigelassenen. Die Vigiles bestanden aus 7 Kohorten zu je 1000 Mann und jede Kohorte war für zwei der 14 römischen Stadtbezirke zuständig. Sie patrouillierten nachts in den Straßen und verhinderten dadurch Brandstiftung, Einbrüche und Diebstähle. Sie kontrollierten die Bauwerke auf Brandgefahr und kontrollierten auch, ob die Mieter der Mietshäuser Wasser und Löschwerkzeuge vorrätig hielten, denn dazu waren sie verpflichtet. So gesehen waren die Vigiles eine Mischung aus Feuerwehr, Polizei und Ordnungsdienst.
Ausgerüstet waren sie mit Kübeln, Äxten, Hacken, Decken, Matten und Leitern. Es gab auch einfache tragbare Handspritzen, die Wasser ansaugten und durch eine Düse ausstießen. Daneben durften auch Laternen, Stöcke und Waffen bei den nächtlichen Rundgängen nicht fehlen. Ein Helm, eine einfache Tunika mit Gürtel und natürlich Schuhe, vervollständigten das Aussehen.
In den Provinzstädten übernahmen meist zivile Feuerwehrvereine den Brandschutz. Diese Collegia centonariorum waren auf Löschtechniken spezialisiert und wurden bei der Brandbekämpfung von lokalen Bau- und Handwerksvereinen unterstützt. In Carnuntum wurden Inschriften gefunden, die auf die Rolle dieser Vereine beim Brandschutz hinweisen. Zum Beispiel ist ein Collegium veteranorum centonariorum, ein Verein aus ehemaligen Feuerwehrleuten, also Veteranen, nachgewiesen. Diese „Elite-Feuerwehrleute“ koordinierten Einsätze und gaben auch ihr Wissen an die Jungen weiter. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Vereine von den Legionären des hier stationierten Militärs, bei der Brandbekämpfung unterstützt wurden.
Und zu guter Letzt: Feuerversicherungen gab es damals nicht!
Literatur:
H. Schneider: 2000 Jahre Feuerwehrwesen in Petronell-Carnuntum. Petronell-Carnuntum 2017